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V5.3

Interpretation von Nährwertangaben

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Sämtliche Angaben beziehen sich jeweils auf 100 g essbaren Anteil bei festen resp. auf 100 ml bei flüssigen Lebensmitteln. Nicht essbare Anteile wie Steine, Kerne, Knochen usw. werden nicht eingerechnet. Sofern nicht anders vermerkt, beziehen sich alle Angaben auf frische, ungekochte, unverarbeitete Lebensmittel.

Nachfolgend einige Beispiele zum besseren Verständnis:

100 g Banane = 100 g geschälte Banane
100 g Pfirsich = 100 g Pfirsich ohne Stein
100 g Kirschen = 100 g Kirschen ohne Stein und Stängel
100 g Baumnüsse = 100 g geschälte Baumnüsse
100 g Kotelett = 100 g Kotelett ohne Knochen
100 g Forelle = 100 g Forelle ohne Gräten, Kopf etc.

Sämtliche Angaben sind als Durchschnittswerte und nicht als absolute Grössen zu verstehen, weil der Nährstoffgehalt von Lebensmitteln natürlichen Schwankungen unterliegt. Die individuelle Zusammensetzung eines Lebensmittels hängt von Faktoren wie Klima, Reifegrad, Jahreszeit, Herkunft, Sorte, Fütterung, Lagerungs- und Verarbeitungsbedingungen usw. ab.

Bei verarbeiteten Produkten wie Wurstwaren, Milchprodukten oder Gebäck führen auch die verschiedenen Rezepturen zu erheblichen Differenzen bei den Nährwerten.

Die Summe der Nährstoffe ergibt nicht immer genau 100g. Dies kann verschiedene Gründe haben:

  • Die Angaben beziehen sich auf 100 ml und das Lebensmittel besitzt eine Dichte grösser oder kleiner als 1. Eine Dichte >1g/ml bedeutet beispielsweise, dass 100 ml schwerer als 100 g sind und die Summe der Nährstoffe 100 g daher übersteigt.
  • Die einzelnen Angaben stammen aus verschiedenen Analysen und/oder Quellen. Abweichungen +/- 5% werden dabei toleriert.

Die Schweizer Nährwertdatenbank enthält verschiedene Gerichte (z.B. Apfelkuchen oder Risotto) und Lebensmittel (z.B. Brote), für welche die Nährwerte berechnet wurden. Dabei wurden wenn möglich gängige Standardrezepte verwendet. Rezepte mit Salz-Zugabe wurden jeweils, wenn nicht anders erwähnt, mit unjodiertem Salz berechnet.

Wenn für ein Lebensmittel individuelle Nährwertangaben vorliegen (z.B. auf Verpackungen oder Firmenwebseiten), sind diese in der Regel den generischen1 Einträgen der Schweizer Nährwertdatenbank vorzuziehen.

Zurzeit erfolgt die Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen in den meisten Fällen noch freiwillig. Sie wird erst obligatorisch, wenn auf der Verpackung oder Etikette eines Lebensmittels auf dessen besondere Nährwerteigenschaften (z.B. „reich an Vitamin C“) hingewiesen wird.

Auch die auf Verpackungen deklarierten Mengen stellen Durchschnittswerte dar, welche analysiert oder berechnet (z.B. mit Hilfe der Schweizer Nährwertdatenbank) wurden. Sie müssen den Nährstoffgehalt zum Zeitpunkt der Abgabe (d.h. bis zum Ablauf des Verbrauchs- oder Haltbarkeitsdatums) widerspiegeln und müssen sich auf das genussfertig zubereitete Lebensmittel beziehen.

Die Schweizer Nährwertdatenbank enthält zahlreiche Angaben zu Markenprodukten2. Diese von den Firmen zur Verfügung gestellten Informationen werden ungeprüft übernommen und Fragen dazu müssen an die entsprechenden Firmen gerichtet werden.

Spezialfall Vitamine

Produkte mit zugesetzten Vitaminen, dürfen bis zu dreifach überdosiert werden, da der Gehalt an Vitaminen im Verlauf der Zeit abnimmt. Damit wird gewährleistet, dass die deklarierte Menge bis zum Ende der Haltbarkeit im Produkt vorhanden ist. Das bedeutet, dass ein vitaminisiertes Lebensmittel zu Beginn der Haltbarkeit einen deutlich höheren Gehalt an Vitaminen enthalten kann, als auf der Verpackung deklariert wird.

1) Unter generischen Lebensmitteln verstehen wir allgemeine/durchschnittliche Lebensmittel ohne Bezug zu einem spezifischen Hersteller oder Anbieter.

2) Unter Markenprodukte verstehen wir sämtliche Lebensmittel in der Datenbank, die einem spezifischen Hersteller oder Anbieter zugeordnet werden können. Die Angaben zu Hersteller/Anbieter finden sich jeweils in einer Klammer am Schluss der Bezeichnung des Lebensmittels sowie auch in den Quellenverweisen einzelner Nährwerte.